Die "Elu Children Care School" in Morogoro/Tansania

Ende der 90iger Jahre beschloss der damals junge Tansanier Erasto Luanda seine Ausbildung zum Priester abzubrechen, aus der Erkenntnis heraus, dass eine Veränderung der tansanischen Gesellschaft nur über die Erziehung der Kinder zu wach mitdenkenden Menschen geschafft werden kann. Zunächst einmal wollte er jedoch noch Philosophie studieren, zog nach Nairobi, bekam tatsächlich einen Studienplatz, finanzierte sich und sein Studium indem er gebrauchte Schuhe an der Straße verkaufte und gründete dabei seine erste kleine „Familie“, bestehend aus ihm und einer Handvoll Straßenkindern. Wenn er heute erzählt, wie er einmal mit seinen Kindern in ein teures Hotel ging, um ihnen die große Welt zu zeigen, für jeden einen Tee bestellte, und als die Kellner merkwürdig wurden noch einen zweiten, bezahlte und wieder hinausging, so kann er sich vor Lachen kaum halten.
Zurück in Morogoro begann er in einem kleinen Haus mit drei Kindern, 30 Dollar und vielen Menschen, die ihn für verrückt hielten, seine Schule. Er fand tatsächlich Familien und einen Lehrer, die an ihn und seine Vision glaubten und die Schule betreiben wollten, doch als er nach seinen Studium der sozialen Arbeit aus Irland zurück kam, hatte sich das Projekt doch nicht als überlebensfähig gezeigt.
Also wurde wieder von vorne angefangen, nun mit einem richtigen Grundstück, mehr fundierten Kenntnissen, mehr Familien und Kindern und diese Schule erblühte nun in den folgenden Jahren zu einer großen Vor- und Grundschule (mit Internat) mit 10 Klassen und fast 400 Kindern. Seit 2014 sind jetzt sogar die ersten Klassen einer Secondary School dabei.
Unterstützt (mit Workcamps) durch die antroposophische Jugendorganisation IDEM und Steinschleuder entstanden diverse Gebäude (Küche, Esshalle, Klassenzimmer).

Unsere Schulpartnerschaft

Seit über 10 Jahren pflegt auch unsere Schule eine rege Partnerschaft mit ELU. Ein 7 wöchiger Aufenthalt von Kolja Zimowski machte den Anfang, anschließend fuhren jährlich 2-3 Schüler/innen der 11.Klassen unserer Schule für das Sozialpraktikum oder einen freiwilligen sozialen Dienst nach Morogoro, Erasto war vor 9 Jahren für 2 Wochen Gast an unserer Schule, vor 6 Jahren kam er dann wieder mit seinem Kollegen Msimbe und 17 Schülern und einer wunderbaren Show mit Tanz und Musik und vor 5 Jahren konnten Sonja und Kolja Zimowski für ein halbes Jahr dort an der Schule mitleben und arbeiten, konnten mit den Kindern vor allem künstlerisch arbeiten und zwei Instrumentalgruppen (Trompeten und Geigen) ins Leben rufen, die bis heute immer fleißig üben. Erneut konnten 2 tansanische Kollegen dann vor 4 Jahren 2 Wochen hier in unserer Schule verbringen und eine ehemalige Schülerin ein FSJ dort absolvieren. Auch Zimowskis durften noch ein weiteres Mal für einen Monat das Leben mit der ELU School teilen. Im vergangenen Jahr fand dann die große Reise mit Mitgliedern des Elternchores, einigen Schülern und Kollegen zu einem musikalischen Besuch statt. Aktuell ist wieder ein ehemaliger Schüler zum freiwilligen Dienst dort.
Das neueste Projekt ist die am 20.Januar 2014 gestartete Secondary School, in der Erasto nun seinen Traum verwirklichen will, dass die Schüler auch weiter, bis zum Studium, in seinem Geist,und nach seinen Ideen erzogen werden.

Unser Ziel (kultureller Austausch und finanzielle Förderung)

Wir möchten versuchen über Spendenaktionen in verschiedener Form Gelder aufzutreiben um Erastos Schule in ihren Bauvorhaben zu unterstützen. Wir sind der Meinung, dass ELU die laufenden Betriebskosten selbständig erwirtschaften muss und nicht von Spendern abhängig sein darf. Zuwendungen für die Neugründung und Erweiterung sind jedoch absolut notwendig und sinnvoll. Begonnen wurde schon seit einiger Zeit mit einzelnen Schülerpatenschaften, mit Klassenspenden (Wow Day), mit Eltern- und Sachspenden (Instrumenten). Geplant ist der Verkauf einer Cd, aufgenommen in Morogoro mit den Schülern von ELU, teilweise mit den neuen Instrumenten. Gesucht werden Möglichkeiten, Sponsoren für größere Geldsummen für die Baukosten zu finden. Ferner würden wir gerne einen Förderverein, für den wir Gründungshilfe und potentielle Mitglieder suchen.
Unser neuestes Projekt ist die Vorbereitung einer Vereinsgründung für Bildungspatenschaften für die derzeit ca. 25 Kinder, die kein Schulgeld zahlen können (überwiegend Waisenkinder).

Erastos Vision einer Schule

In einem Land wie Tansania gehört zu den größten Problemen auf der einen Seite die Korruption und auf der anderen Seite ein Erziehungssystem, welches unfrei denkende, gehorsam folgende Bürger hervorbringt. Mut, freies Denken, soziale Umsicht sind von daher Qualitäten, die in ELU gepflegt werden sollen. Da die behördlichen Vorgaben unglaublich eng sind, findet dies hauptsächlich im Rahmen des Zusammenlebens der Schulgemeinschaft statt. Erasto nennt es seine Philosophie des „between“. Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Anteilnahme usw. erlebt man hier in einer Weise, wie man sie selten findet. In einem zusätzlichen Unterrichtsfach „personal touch“ erlernen und bewegen die Kinder Fragen des sozialen Lebens in vielfacher Weise, wie es im tansanischen Schulsystem sonst überhaupt nicht vorgesehen ist, und üben hier die eigene Urteilsbildung über freie Denkprozesse.
Erasto hatte zunächst nichts von Waldorfpädagogik oder Antroposophie gehört, hat aber dann bemerkt, als Kontakte zu antroposophischen Initiativen entstanden, dass er sich diesen sehr verbunden fühlt. So wurde er in den letzten Jahren auch nach Dornach und Brasilien zu den antroposophischen Jugendtagungen als Referent eingeladen, um über seine philosophischen Gedanken und seine Schule zu sprechen.

Kontakt: Sonja und Kolja Zimowski s.k.zimowski@t-online.de