SCHULBLATT
09/2022

editorial

Die erste heiße Phase des Schuljahres liegt hinter uns – man kann nur staunen, was in der kurzen Zeit bereits alles passiert ist. Weiter geht´s nun mit den Aktivitäten im Rahmen unseres 100. Jubiläums: Mittendrin sind wir in unserer Projektwoche. Lernen und begegnen einmal anders!
Und bald schon wollen wir am Pädagogischen Wochenende gemeinsam über „Denken, fühlen, wollen“ sinnieren. Wer es nicht schafft, an den Kursen tagsüber teilzunehmen (da verpassen Sie auf jeden Fall etwas!), der kommt aber doch wohl zum Feiern am Abend, oder? Bis dahin!

Kira Jensen für die Redaktion

was diesen Monat wichtig ist

Termine

FR & SA, 23. & 24.09.2022
Pädagogisches Wochenende

SA, 24.09.2022, 15 Uhr
Öffentliche Monatsfeier

SA, 24.9.2022, ab 20 Uhr
Großes Fest mit Live-Musik

DI, 27.09.2022, 20 Uhr
Elternvertreter-Wahl

SA, 29.10.2022, 10 Uhr
Garten-Schaff-Tag

Alle Termine finden Sie unter https://waldorfschule-wandsbek.de/termine/


Pädagogisches Wochenende

Anmeldung zu den Workshops am Pädagogischen Wochenende bitte unter diesem Link


Liebe Elternschaft,

die Wahl des Elternrates steht an, diese findet im Rahmen der Elternvertretersitzung am Dienstag, den 27.9.2022 um 20:00 Uhr in der Schule statt. Gesucht werden zwei engagierte Eltern/Sorgeberechtigte aus unserer Gemeinschaft, die Lust und Freude an organisatorischen und kommunikativen Themen haben und diese gemeinsam mit Jannik Büchler – aktiver Elternrat, bearbeiten. Im Idealfall haben wir nach der Wahl aus jeder Stufe einen Vertreter im Elternrat. Hauptbestandteil der Aufgaben des Elternrates ist der Austausch mit dem Kollegium, genau der Leitungsgruppe über die gerade aktuellen Themen. Und im Besonderen die Pflege einer guten Beziehung zueinander.

Wir danken Elisabeth Böttcher, die in den vergangenen zwei Schuljahren das Amt des Elternrates ausgefüllt hat und ihr Amt nun weitergibt. Könnt Ihr euch eine solche Rolle vorstellen? Dann meldet Euch gerne, auch bei Fragen im Vorfeld bei Barbara oder mir und stellt Euch dann mit einem kurzen Einblick über Euch und Eure Beweggründe am 27. September zur Wahl. Wir freuen uns auf neue Gesichter in unserer Runde!

Herzliche Grüße,
Edda Zeidler für die Elternvertreter

Edda Zeidler (edda@zeidler.hamburg)
Barbara v. Haßler (barbara@vonhassler.com)

Liebe Elisabeth, wir danken Dir sehr für dein großes Engagement und die unbändige Energie für unsere Schule!

Jannik Büchler, Elternrat für die Schulgemeinschaft

VORSCHAU
Dies sind die Termine für die Treffen der Elternvertreter in diesem Schuljahr, zu dem auch alle interessierten Eltern eingeladen sind: 27.09.22, 25.10.22, 29.11.22, 20.12.22, 31.01.23, 28.02.23, 28.03.23, 24.04.23, 30.05.23, 27.06.23 immer um 20–21:45 Uhr im Handlungsraum

Die nächste Zukunftswerkstatt, zu der die gesamte Schulgemeinschaft eingeladen ist, wird am 27.09.2022 um 19–20 Uhr im Handlungsraum stattfinden.

was wir erlebt haben

RÜCKBLICK: EINSCHULUNG UND Sommerfest

Unser Schuljahr hat mit Ereignissen begonnen, die wir nach zwei entbehrungsreichen Jahren erst wieder so richtig schätzen und genießen gelernt haben:

Mit vollem Saal und Teilnahme vieler Klassen konnten wir die beiden Klassen 1a und 1b am 23. und 24.8. in jeweils einer schönen, stimmungsvollen Feier begrüßen. Durch ein Blumentor betraten die Kinder die Bretter, die die Welt bedeuten, und damit zugleich ihre Schulzeit bei uns an der Schule. Ein herzliches Willkommen allen Erstklässlern! Und herzlich Willkommen heißen wir auch alle neuen Familien an der Schule. Ein großer Dank geht an die Eltern der 2. Klassen, die ein reiches Willkommensbuffet gerichtet hatten!

Wenige Tage später, am 27.8. durften wir unser Sommerfest feiern. “100 bunte Luftballons” war das Motto, und ein buntes, fröhliches, vergnügtes Treiben war auf dem Süd- und Westhof von 11-16 Uhr zu erleben. Nicht nur die Kinder hatten ihre Freude, sondern auch den Eltern und Lehrern war anzumerken, wie sehr wir es vermisst hatten, bei solchen lockeren, festlichen Gelegenheiten die Begegnungen zu Gesprächen und heiterem Beisammensein zu nutzen. Ja, das ist gemeinsames Schulleben! Dieses Fest, das unserem Jubiläum alle Ehre machte, verdanken wir dem großen Einsatz eines Organisationsteams aus der Elternschaft der 4. Klassen und dem Engagement vieler Eltern der 1. – 8. Klassen. Ihnen sei im Namen des Lehrerkollegiums und der ganzen Schulgemeinschaft ein ganz herzlicher Dank ausgesprochen!

Eva Scheffler

Don Carlos
Don Carlos

unsere Schule - was hier wächst

Klassenreise der 8a nach Italien

Am 20. August ging es nach Ciotto, einem kleinen Bergdorf in den Alpen. Wir fuhren um 6:00 Uhr morgens ab nach Varzo in Norditalien. Am Bahnhof dort staunten wir nicht schlecht: Es war noch sehr warm, der Himmel fast wolkenlos und um uns nur Berge! Von dort wanderten wir noch ca. 1,5 Stunden und kamen inklusive unserer schweren Rucksäcke oben im Dorf an. Nach dem ersten Bestaunen der Aussicht von der Terrasse auf die bewaldeten Berghänge, die Felsen und ein Schneefeld, fielen wir müde von der langen Anreise auf unsere Matratzen. Am Sonntag konnten wir uns erstmal vor Ort umschauen. Das ganze Dorf war aus Natursteinen, die Häuser sahen alt und sehr schön aus. Für uns überraschend war, dass die Treppen außen an den Häusern gebaut waren. Die Duschen funktionierten über Regenwasser, dies war zwar kalt, aber zum kurzen Duschen ging es. Es gab auch keinen Strom, so dass wir abends Taschenlampen brauchten, wenn wir uns z.B. im Waschraum fertig machen wollten.

Als ersten Ausflug gingen wir den Berg hinunter bis zu einem Bergfluss. Beim Fluss angekommen, verschlug es uns die Sprache: das Wasser war türkisblau und am Ufer waren große Felsen. Von einem konnte man sogar ins Wasser springen! Das Wasser war viel kälter als gedacht, nach kurzer Überwindung ging es aber. Einmal im Wasser war es eine wundervolle Abkühlung, wir ließen uns treiben, schwammen gegen die Strömung und genossen die Zeit am Fluss. Nach dem Schwimmen legten wir uns auf die Steine, um zu trocknen. Zurück in Ciotto gab es Abendessen auf der großen Terrasse, das wir jeden Tag selbst kochten. Nach dem Essen mussten wir uns bald etwas überziehen, denn es wurde abends schnell kalt. Trotzdem war es großartig, noch im Dunkeln auf der Terrasse zu sitzen, zu reden, zu scherzen oder nach Sternenbildern zu suchen.

In den nächsten Tagen gingen wir immer wieder hinunter nach Varzo, um einzukaufen, machten verschiedene Gartenarbeiten auf dem Gelände und eine kleine Wanderung in das Dorf Coggia, das ungefähr auf derselben Höhe wie unser Dorf lag. Wir gingen von dort bis zu einem kleinen Wasserfall, unter dem eine Gumpe war, in der wir baden konnten. Wir setzten uns rings um den Wasserfall auf die Steine und genossen die Ruhe. Zurück in Ciotto gingen wir bis zum Abendessen auf den Balkon von unserem Zimmer, um uns zu unterhalten, zu häkeln, zu zeichnen und die Aussicht zu genießen. Wenn wir zwischendurch oder am Abend Zeit hatten, haben wir gerne zusammen gesungen – eine Mitschülerin spielte wunderbar Gitarre dazu. Dabei ist „Riptide“ zu unserem unbestrittenen Klassenfahrtssong geworden und es war immer ein sehr schönes Gefühl mit den anderen zusammen zu singen.

Don Carlos
Don Carlos

Eines der weiteren Highlights der ersten Woche war ein Ausflug nach Domodossola, der nächsten kleinen Stadt. Wir fuhren mit dem Zug dorthin und schlenderten in kleinen Gruppen durch die Altstadt und über den Markt. Zum Abschluss gingen wir zu einer Eisdiele mit vielen Eissorten, die sehr lecker schmeckten. Zurück in Varzo mussten wir wieder nach Ciotto hochlaufen. Der Weg war immer eine Herausforderung und wir freuten uns jedes Mal alle darauf, den Kopf beim Ankommen in den Brunnen zu halten. Das war die perfekte Abkühlung!
Bald war die erste Woche rum, unglaublich wie schnell die Zeit vergangen war. Der nächste große Ausflug ging zum Lago Maggiore. Wir fuhren mit dem Zug mit extra großen Fenstern sehr langsam an wunderschönen grünen Flüssen und an steilen Abhängen vorbei. Das Wasser an unserer Badestelle war das wärmste auf der gesamten Klassenfahrt. Wir schwammen, tauchten und tobten im Wasser herum.

Als weiteres Highlight in der zweiten Woche feierten wir den Geburtstag von zwei Mitschülerinnen. Nach dem Mittagessen richteten wir den Gemeinschaftsraum nett her. Wir hängten Girlanden auf, stellten Bänke an die Seiten und hängten selbstgemachte Plakate auf. Dann gab es ein superleckeres Abendessen mit Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch. Den Rest des Abends tanzten wir fröhlich, sangen so laut wir konnten bei den Liedern mit und aßen Chips.

Am letzten Tag putzen und packten wir alle, bevor wir am Nachmittag ein letztes Mal zum Bergfluss gingen. Die Kälte war immer noch ein Schock beim Reingehen, aber wir kannten das ja schon. Dann ging es Richtung Pizzeria, wo wir zum Abschluss jeder eine Pizza bekamen. Wir alle genossen den letzten Abend dort noch einmal richtig, bevor wir mit Taschenlampen (es war inzwischen dunkel geworden) nach Ciotto aufstiegen. Morgen würde es nach Hause gehen. Wir alle freuten uns auf Zuhause – diese Klassenfahrt war wunderschön gewesen!

Lisa Stockhecke, Paula Janke


Achtklassreise nach Schweden (8b)

Don Carlos
Don Carlos

Wir, die Klasse 8b, Frau Geim, Frau Schmidt-Grimm, Frau Struve und unser Scout Florian (Flo) fuhren am 19. August mit einem Reisebus vom ZOB nach Schweden. Wir mussten zweimal auf eine Fähre (Puttgarden-Rødby und Helsingør-Helsingborg), aber gegen zwei Uhr konnte schließlich so ziemlich jeder schlafen. Und das Gute war: wir hatten den ganzen Bus für uns allein! Endlich angekommen gab es Frühstück. Wir mussten unser Gepäck jeweils zu zweit in eine wasserfeste 65-Liter-Tonne und unsere Isomatten, Schlafsäcke und Zelte in wasserfeste 100-Liter-Säcke stecken. Außerdem musste die Verpflegung für 9 Tage verstaut werden.

Gegen Mittag ging es los: Jeweils zu dritt beluden wir ein Kanu mit drei Tonnen und zwei Säcken. Später kamen noch unsere Müllsäcke hinzu, die wir von jedem Ort mitnehmen mussten, weil wir sie nirgends entsorgen konnten. Erst nach ca. vier Stunden Fahrt kamen wir an unserem ersten Lagerplatz an, da es etwas stürmischer war. An der Lagerstelle, wie an allen späteren, gab es eine Trockentoilette, in die man wegen des Geruchs am besten mit FFP2-Maske ging, eine Feuerstelle zum Kochen und davor ein Shelter. Das ist ein kleiner Holzunterstand, der nach vorne hin offen und zu 65% windabweisend ist. Es gab feste Dienste fürs Abwaschen und fürs Frühstück machen. Morgens und abends konnte jeder kochen, der wollte. Meist war man zu fünft oder mehr. Wir aßen oft Nudeln mit Tomatensoße, Pesto oder Gemüse, aber es gab auch Reis und Kartoffeln. Leider gab es morgens nur ein Nutellaglas für alle. Zum Frühstück aßen wir Brot, Müsli, einmal Rührei und einmal Pfannkuchen. Und wir aßen oft Stockbrot und zweimal selbstgemachte Zimtwecken. Alles musste über dem offenen Feuer zubereitet werden.

Ein normaler Tagesablauf war so: 8 Uhr Wecken, ca. 9 Uhr Frühstück. Danach Zelte abbauen und alle Kanus beladen. Dann fuhren wir weiter, denn man durfte nach dem schwedischen „Allemansrätt“ nur eine Nacht am selben Ort bleiben. Nach ca. zwei bis vier Stunden waren wir am nächsten Lager, wo es wieder hieß: Kanus entladen, Zelte aufbauen, Holz spalten, Kochtruppe bilden, Feuer machen, für alle kochen. Aber wir hatten auch viel Freizeit. Einmal haben wir Kentertraining gemacht, das war lustig. Außerdem waren wir jeden Tag baden. Und die Landschaft war so ruhig und schön! Abends sah man viele Sterne, den Mond und wenn man Glück hatte auch Sternschnuppen.

Um 22 Uhr mussten wir in die Zelte. Hiervon gab es zwei Ausnahmen: an unserem Bergfest und als wir bis Mitternacht Sterne und Sternschnuppen beobachten durften. In der Nacht vom 27. auf den 28. August sind wir dann wieder im Reisebus nach Hause gefahren. Da wir zu Unzeiten auf die Fähren mussten, wurde im Bus kaum geschlafen. Das war unsere anstrengendste und zugleich schönste Fahrt mit der ganzen Klasse!

Liana Weigand-Schauenburg (8b)


Kunstreise der 12. Klassen

Liebe Schulgemeinschaft,

auf unserer zwölftägigen Kunstreise in Italien konnten wir noch einmal richtig den Sommer genießen. Untergebracht waren wir in kleinen Hütten auf einem Campingplatz an einem See bei Bracciano. Jeden Morgen ging es über eine Stunde mit Bus und Bahn nach Rom, wo wir dann bei hohen Temperaturen die Stadt besichtigten und antike Bauten, wie das Colosseum und das Pantheon, aber auch Gebäude und Kirchen aus der Barockzeit oder der Renaissance besuchten. Die Reise war sehr vielfältig gestaltet, so durften auch die Radtour entlang der Via Appia und als Höhepunkt, am letzten Tag in Rom, der Ausflug in den Vatikan nicht fehlen. Abends, zurück auf dem Campingplatz, sprangen wir oft noch in den See um uns von dem heißen und anstrengenden Tag zu erfrischen. In einer kleinen Abendrunde wurde nach dem Abendessen der Tag nachbesprochen und in Vorträgen von Schüler*innen über verschiedene Themen passend zu Rom informiert. Allgemein lernten wir gegenseitig viel voneinander, so übernahmen zum Beispiel auch Schüler*innen die Führung an Orten wie den Caracalla-Thermen oder dem Forum Romanum.
Insgesamt hatten wir eine sehr schöne Zeit und viel Spaß miteinander. Dafür möchten wir uns auch bei Frau von Pilsach, Herrn Hübner und Frau Rittmüller bedanken, ohne die unsere Kunstreise nicht möglich gewesen wäre.

Für die 12b, Pia Puschke und Rafaela Fernández

Don Carlos
Don Carlos


Kindergartenkram aus Tonndorf

Die bunten Bänder, die so schön an den Bäumen hingen, sie sind nun wieder winterfest in Kisten verstaut. Es war ein schönes Sommerfest, Eltern und Kinder, alle zusammen, mittendrin wir Erzieher. Fische wurden geangelt, Dosen werfen durfte auch nicht fehlen, ein winziges Glöckchen musste mit einem Ball getroffen werden und der Murmelberg lud zum unermüdlichen Suchen ein. Das reichhaltige Buffet, von den Eltern mit vielen Köstlichkeiten bestückt, ließ keine Wünsche offen. Schon eine gefühlte Ewigkeit war es her, dass wir uns in so einem großen Kreis treffen durften. Schön, so viele fröhliche Gesichter auf einem Haufen.
Das war noch vor den Sommerferien.
Es ist noch Sommer (Spätsommer), eine Meerjungfrau sitzt auf einen Felsen inmitten von blauer Seide und Muscheln auf unserem Jahreszeitentisch. Es fühlt sich noch ein bisschen seltsam an, nach den Sommerferien ist es immer etwas anders. Die Vorschulkinder sind nun Schulkinder, sie sind in der Schule und nicht mehr bei uns, die nächste Generation nimmt nun den Platz voller Vorfreude und Spannung ein, die kleinsten sind nun nicht mehr die Kleinsten, neue Gesichter, neue Persönlichkeiten, das Wunderbare, es bleibt nie, wie es war.
Mit dem neuen Schuljahr hat auch ein neues Kindergartenjahr begonnen mit den gleichen Festen wie in den Jahren zuvor und doch immer wieder anders, ich bin gespannt und freue mich auf das Altbewährte in neuer Kleidung.

Aus dem Waldorfkindergarten Tonndorf,
Ihre Parwin Hendoupour

Eine kleine Reise durch die Schulgeschichte

Die ersten Jahre

Betrachtet man, wie die Schule sich in den ersten 10 Jahren entwickelt hat, fällt besonders auf, dass innerhalb sehr kurzer Zeit ein großes neues Gebäude entstand und die Anzahl der Schülerinnen und Schüler innerhalb von 5 Jahren von 9 auf 241 stieg. Die Villa in der Jüthornstraße war nur für den Anfang gedacht und so musste bald etwas Neues gefunden werden. Hans Pohlmann und Dr. Kändler bemühten sich zunächst um ein Grundstück in Hamburg, aber die Schulbehörde zeigte sich ablehnend, sah keine Notwendigkeit für eine Waldorfschule in Hamburg und verweigerte die Genehmigung. So kaufte Hans Pohlmann 1924 ein Gebäude in der Bleicherstr. 79 in Wandsbek, der heutigen Kattunbleiche, nicht weit von der Jüthornstraße entfernt.

Schon kurz darauf erwarb er ein großes Grundstück in der gleichen Straße (Nr. 59-62). Sofort wurde mit dem Bau begonnen, der in beeindruckend kurzer Zeit fertiggestellt wurde. Das Schulgebäude umfasste 1925 10 Klassen, diverse Fachräume und eine Aula mit 400 Sitzplätzen. Bereits 1928 gab es einen Anbau mit 3 weiteren Klassen, einer Turnhalle, einem Eurythmieraum und drei Handarbeitsräumen. 1929/30 wurden 6 weitere Klassenräume, ein Austellungsraum und eine Schulküche hinzugefügt.

Don Carlos

Bleicherstraße 79

Don Carlos

Freie Goetheschule Bleicherstraße 59

Schülerinnen und Schüler der Freien Goetheschule erinnern sich:

„Unsere Schule war so schön. Das Haupthaus war ein zweistöckiges Backsteingebäude. Die Klassenzimmer 9-13 und die Büros befanden sich im Erdgeschoss. Im ersten Stock gab es die Aula, einen vollständigen Theaterraum mit Foyer, Zuschauerraum und mit ansteigenden Sitzreihen und gepolsterten Sitzen für mehere hundert Menschen, eine Empore und eine Bühe in voller Größe.“ (1)

„Dann kam der Einschulungstag. An der Schultür empfing uns ein großer schlanker Mann, stellte sich als Heinz Müller vor und brachte uns in die erste Klasse. Ein tief rot angestrichener Raum mit Fenstern auf den Vorgarten. Als alle versammelt waren, führte uns Herr Müller in die wunderschöne Aula und wir saßen in der ersten Reihe. Ich erinnere mich noch, dass die ganze Schulgemeinschaft das Lied: „Die Mutter Sonne“ sang und wir in unsere Klasse geführt wurden.“ (2)

Rudolf Steiner hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass die Schule keine Winkelschule sein und sich zügig entwickeln und an Bedeutung gewinnen sollte und tatsächlich gab es bereits 1930 insgesamt 430 Schülerinnen und Schüler und 17 Lehrerinnen und Lehrer. Rudolf Steiner hatte nur 4 Lehrerinnen und Lehrer an die Schule berufen oder empfohlen. Einer von ihnen war Heinz Müller, der unter interessanten Umständen an die Goetheschule kam, wie aus seinen Erinnerungen „Spuren auf dem Weg“ hervorgeht. (3)

Don Carlos

Heinz Müller

Don Carlos

Otto Altemüller

Heinz Müller war 23 Jahre alt als er seine Tätigkeit als Lehrer der 1. Klasse mit 8 Kindern an der Schule aufnahm. Er beschreibt in seinen Lebenserinnerungen, welche Aufgaben in Arbeitskreisen und in der Anthroposophischen Gesellschaft neben dem Unterricht zu leisten waren. In den ersten Jahren erfuhr er allerdings noch die Unterstützung und den Zuspruch Rudolf Steiners, da er sich oft zu jung und unerfahren für so eine große Aufgabe erlebte.

Heinz Müller mit seiner Klasse in den 20er Jahren, genaues Datum unbekannt

Nach Heinz Müller kam 1924 als 4. Lehrer Otto Altemüller. Er hatte gerade sein Studium der Geschichte und Philosophie abgeschlossen, als er von Rudolf Steiner an die Schule berufen wurde und dort eine Hilfsklasse führen sollte; in seiner lesenswerten Biografie finden wir ebenfalls interessante Beschreibungen des Schullebens in den ersten Jahren. (4) Die Aufgabenvielfalt, die in diesen Jahren auf die Lehrerinnen und Lehrer zukam, ist mit der heutigen nicht vergleichbar. So kümmerten sie sich neben dem Unterricht häufig auch um die Ernährung der Kinder, da in dieser Zeit viele Hunger leiden mussten, oder sie begleiteten einige Schülerinnen und Schüler ein Stück auf dem Heimweg; manchmal kam es auch vor, dass die Kinder auf Grund der großen politischen Unruhen in der Schule übernachten mussten.

Ostern 1930 umfasste die Schule
17 Lehrkräfte: Otto Altemüller, Dr. Franz Brumberg, Dr. Paula Dieterich, Gertrud Jasper, Dr. M. Kändler, Lucie Kralemann, Dr. Fritz Kübler, Henny Lembcke, Frau Dr. Merz, Beatrice Mueller, Heinz Müller, Ilse Prieß-Kändler, Olga Schwandt, Roberto Sobeczko, Dietrich Steinmann, Dr. Hans Theberath, Senta Übelacker 2 Schulärzte: Doktor Tilman, Doktor Solti 1 Sekretär: H. Prieß 1 Hausmeister: M. Stange

Von links nach rechts: Hr. Fuchs, Ilse Kändler, Dietrich Steinmann, R. Sobeczko, Frau Somann, Frl. Barg, Heinz Müller, Dr. Kübler, Hedwig Diestel, Frau Übelacker, Herr Übelacker

In den 20er Jahren kamen die Schülerinnen und Schüler oft von weit her an die Goetheschule; ein Schulweg von 1-2 Std. war zu dieser Zeit keine Seltenheit.
Im Archiv befindet sich eine Aufstellung über die Anzahl der Klassen, der Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer.

Don Carlos

Aus dem Archiv

Don Carlos

Ostern 1930 mit Heinz Müller

Zum Abschluss dieses Kapitels folgen drei Ausschnitte aus Berichten von ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Goetheschule, die einen kleinen Eindruck von der damaligen Zeit vermitteln sollen:

„Zum neuen Schuljahr kam Herr Müller mit seiner Klasse hinzu. Das war ein Treiben in den Pausen im kleine Garten hinter dem Haus. Aber wir spielten ja noch! Hinkebock, Probe an der Wand, Springtau und so weiter“. (5)

„Wir waren die zweitälteste Klasse der Goetheschule und wurden zunächst in der Villa der Familie Pohlmann unterrichtet. Unser Klassenlehrer war Heinz Müller. Es war eine schwierige Zeit damals. Die Arbeitslosigkeit war groß und lastete schwer auf Schule und Schulgemeinschaft. Viele Väter hatten durch die Arbeitslosigkeit ihre Existenzgrundlage verloren und konnten nicht einmal das Schulgeld von 15 Mark bezahlen. Einige Schulkameraden legten ihren weiten Schulweg zu Fuß zurück, um die Groschen für die Straßenbahn zu sparen. Viele konnten sich kein Schulbrot leisten. Da kam es schon vor, dass Herr Müller alle Kinder bat, ihr Frühstücksbrot vorne auf sein Pult zu legen. In der Pause verteilte er sie dann gleichmäßig an uns alle“.

„…Mögen die Lehrer auch äußerlich oft merkwürdig ausgesehen haben mit ihrem lilafarbenen Binder, ihren Hüten mit breiter Krempe oder den wallenden Gewändern, so spürten wir doch die Kraft und Wärme, die von ihnen ausging. Unvergesslich ist uns der Tag geblieben, an dem hoher Besuch ins Haus kam. Marie Steiner, die Ehefrau von Rudolf Steiner, fuhr an einem Pfingsttag in einem großen Maybach-Wagen vor. Sie ging durch alle Klassen, wo sie freudig begrüßt wurde“. (6)

(1) Christoph Altemüller, aus: F. Altemüller, Erinnerungen an meinen Vater Otto Altemüller
(2) Hannelore Vierl, geb. Kittel: Erinnerungen an die Freie Goetheschule
(3) Heinz Müller: Spuren auf dem Weg Seite 71
(4) Frithjof Altemüller: Erinnerungen an meinen Vater Otto Altemüller
(5) Angela Rascher, Schülerin der 1. Klasse bei Dr. Kändler 1922; Bericht abgedruckt im Mitteilungsheft Nr. 24 der Rudolf Steiner Schule Hamburg-Wandsbek 1992
(6) Schüler der 1. Klasse von Herrn Heinz Müller, Bericht abgedruckt im Mitteilungsheft Nr. 24 der Rudolf Steiner Schule Hamburg-Wandsbek 1992

Marion Lemcke (wird fortgesetzt)

sammelsurium

Gesammeltes und Anzeigen

Liebe Eltern der 1. und 2. Klasse,

wir möchten Sie und Ihre Kinder in der Schülerbücherei unserer Schule willkommen heißen. Die Ausleihfrist ist 4 Wochen. Das Ausleihen der Bücher ist für Sie gratis. Bei Verlust oder Beschädigung bitten wir um einen angemessenen Ersatz. Wir würden uns über eine einmalige Spende von z.B. 5€ freuen (im Briefumschlag an die Klassenlehrer, Beschriftung „Schülerbücherei“).

Mit freundlichen Grüßen
N. Diel und A. Gentzsch

P.S.: Sie möchten unser Team unterstützen? Melden Sie sich gern bei uns!


Macht noch mit beim Stadtradeln!
Seit dem 01.09. sind wir stolze 12.475 Kilometer gefahren

Zwölftausendvierhundertfünfundsiebzig. Lasst Euch diese Zahl einmal auf der Zunge zergehen…. Wie schmecken diese 12.475 Kilometer? Sie schmecken nach frischer Luft, Natur, Sonne, Regen, Matsch und manchmal auch nach Betonstraßen, Abgasen und holprigen Radwegen. Und sie schmecken nach Gesundheit, Schweiß, jeder Menge Spaß am Fahren und am Wettbewerb. Und nach Stolz, weil wir als Gemeinschaft so weit vorn stehen. Aktuell (Stand 14.09.2022) stehen wir auf Platz 16 von über 1.000 Teams in Hamburg.
So viel haben wir gemeinsam geschafft mit „nur“ 148 aktiv Radelnden. Wie viel würden wir wohl schaffen mit doppelt so viel Fahrern? Immerhin sind wir eine Schule mit über 700 Schülern, 80 Lehrern, zwei Kitas, dazu Eltern, Großeltern und Geschwister.
Auch Hamburg insgesamt steht mit unserer Hilfe kurz vor Erreichen des Ziels: 2,5 Millionen klimafreundliche Kilometer sollen es in diesem Jahr mindestens werden. Aktuell sind es 1.655.669. Und es geht noch weiter, denn der Endspurt steht vor der Tür. Bis zum 28.09.2022 habt Ihr Zeit Euch anzumelden und auch noch nachträglich Eure gefahrenen Kilometer einzutragen.
Also meldet Euch an unter www.stadtradeln.de, macht Werbung, motiviert andere, gründet weitere Unterteams und fahrt fleißig weiter für die Umwelt, für saubere Luft, für Eure Schule und für Eure Stadt Hamburg. Weil wir eine Klimaschule sind und uns die Umwelt am Herzen liegt. Es ist nie zu spät sich für die Umwelt einzusetzen. Also Endspurt: auf die Räder – fertig los!

An dieser Stelle möchten wir uns schon jetzt bei allen Beteiligten und bei den Unterteams: Kita Tonndorf, Klassen: 1B, 2B, 3A, 3B, 7A, 10A und Chor bedanken! Ein ganz besonderer Dank geht natürlich auch an unsere 2 TOP-Fahrer! Alle die mitfahren, wissen, wen wir meinen!

Monja Stelljes-Szambien und Moritz Schmiedt-Siebrecht


Junges Ehepaar sucht günstig abzugebendes Haus mit großem Garten für Wohnprojekt im 5km-Umkreis der Schule, bzw. Resthof nicht weit hinter der Hamburger Ostgrenze. Vorhaben: Freikauf (=Grund unverkäuflich machen, befristetes Wohnrecht, Verantwortungseigentum). Bitte melden unter 01573/7055614.


Freistehendes Haus zur Miete gewünscht
Wir, Miriam und Steffen Leuchtmann, sind die beiden Klarinettenlehrer der Schule und haben eine Bitte an Sie und Euch: Wir möchten gern ein freistehendes Haus zur Miete im Stadtteil Farmsen/Berne/Rahlstedt (nahe der U1) finden, in dem wir leben und Klarinettenunterricht geben können. Wenn jemand einen Tipp für uns hat, würden wir uns sehr über eine Nachricht freuen: mail@spielgefuehl-leuchtmann.de 
Ganz herzlichen Dank!


Liebe Eltern der 1.-4. Klasse,
Unsere Tochter (3. Klasse) sucht eine Mitfahrerin, die gemeinsam mit ihr jeden Tag nach der 5. Stunde in Richtung Volksdorf mit der U-Bahn fahren möchte. Zu zweit oder mit mehreren lassen sich unvorhergesehene Ereignisse doch besser meistern als allein!

Wir freuen uns über Rückmeldungen unter 040/47192937.
Familie Glockner

schulschnack

Ein erstaunliches Fundstück auf der Klassenfahrt nach Ciotto:
Im Außenmauerwerk des Haupthauses, fein in einer Fuge versteckt und dann von findigen Mädchenfingern entdeckt, befand sich über 11 Jahre gut verborgen diese Botschaft. Und dass nun ausgerechnet eine Schülerin genau unserer Schule den Zettel nach so langer Zeit entdeckt, ist schon besonders.

PS: Der Kollege, der damals dort mit seiner Klasse war und die Autorinnen sind informiert !

Britta Lichtenberg

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Redaktion Kira Jensen / Maret Rittmüller / Theresa Große
Technik Peter Bickel
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